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Angelegt: 03.12.2006; Letzte Bearbeitung: 14.01.2023

Lebensversicherungen

Zunächst ist für die Aufteilung hervorzuheben, dass zwischen reinen Ablebensversicherung und Erlebensversicherungen unterschieden werden muss. Nur wenn (auch) eine Erlebensversicherung mit eingeschlossen ist, liegt überhaupt ein Aufteilungswert vor.
Aufzuteilen sind aber in der Regel nicht die Summe der eingezahlten Prämien, sondern die Differenz der Rückkaufswerte zum Zeitpunkt der Eheschließung und der Auflösung der ehelichen Gemeinschaft. Wurde daher die Lebensversicherung in der Ehe abgeschlossen, ist der volle Rückkaufswert zu berücksichtigen. Zu beachten ist auch, dass bei vorzeitiger Auflösung allenfalls eine Nachversteuerung zu erfolgen hat, die den Erlös empfindlich schmälern kann. Sollte aber der Ablauf nur wenige Jahre nach der Ehescheidung sein, kann es die Billigkeit erfordern, eine (bloß theoretische) Nachversteuerung nicht zu beachten. D.h. die Gerichte meinen, dass wenn die Lebensversicherung aufrecht erhalten wird, die Berücksichtigung der theoretischen Nachversteuerung den anderen Ehegatten unbillig benachteiligen würde.

Rückkaufswerte kann man bei der Versicherung sehr schnell erfragen. Für die Unterlagen zur Scheidung ist eine schriftliche Bestätigung sehr empfehlenswert.

Lebensversicherung zugunsten Unternehmenskredit verpfändet:

Der Grundsatz, dass ein mit einem Unternehmenskredit belasteter Vermögenswert (hier eine Lebensversicherung) bis zum Wert der Kreditbelastung nicht in die Aufteilungsmasse fällt, gilt nur unter der Voraussetzung, dass die Liegenschaft infolge der schlechten wirtschaftlichen Lage des Unternehmens tatsächlich zur Befriedigung der Unternehmensverbindlichkeit herangezogen werden muss.